Pirschausrüstung - Bekleidung für die Pirsch auf Schwarzwild und Rehwild

Pirschausrüstung - Bekleidung für die Pirsch auf Schwarzwild und Rehwild

Welche Bekleidung nehme ich am besten für die Pirschjagd? Worauf achte ich dabei? Was finde ich wichtig oder nicht für die Nachtjagd auf Schwarzwild?

Ich pirsche seit Jahren aus einer Notwendigkeit heraus. Zum einen wollte/konnte ich es nicht dem Zufall überlassen, ob (Schwarz-)Wild am Ansitz vorbei kommt, zum anderen gibt es in meinem Revier aus verschiedenen Gründen kaum Einrichtungen für den Ansitz. Gepirscht wird nur auf Wegen und Schneisen. Das war schon vor der Wärmebildtechnik so, der Einsatz von Wärmebildtechnik hat das Pirschen konsequent weiter gefördert.

Kleider machen Pirschjäger

Die Pirschjagd, egal ob auf Schwarzwild, Rehwild oder Raubwild, bringt ihre eigenen Herausforderungen an mich als Jäger und meine Pirschausrüstung mit. 

Fangen wir mit der Bekleidung für die Pirsch an und da erstmal bei der Optik. 

Ich habe vier Garnituren für die Pirschjagd: 

  • zwei günstige: eine von 5.11 eine von Decatlon/Solognac und
  • zwei “Premium”-Sets von XJagd und Swedteam

Jede Kombi kommt jeweils mit ihrem eigenen, bewährten Tarnmuster her. 

Aber: einen großen Teil der Tarnungwirkung auf der Pirschjagd trägt meiner Meinung nach sich im richtigen Moment (kaum) zu bewegen unter Beachtung des Windes bei - Camo hin, Camo her.

Ich bin schon bei einer spontanen Spätabend-Kurz-Pirsch in der Büro-Klamotte bis bis auf  20m an eine Rotte Sauen rangepirscht - auf offenem Feld.

(wenig) Bewegung und Wind bleiben die Grundlage bei jagdlicher Tarnung

Neben der Optik muss die Bekleidung unbedingt zur Bewegung in der Witterung passen. Pirsch ist eine Bewegungsjagd, in er sich zügiges Gehen und wartendes Stehen abwechseln. Die (Gesamt-)Bekleidung darf also weder zu warm, noch zu kalt sein. Bei der ersten Bekleidungsschicht ist Sportunterwäsche hilfreich. Sie fängt Schweissspitzen auf und leitet diesen vom Körper weg, hält die Haut trocken und schützt vor Auskühlen. Gegebenenfalls reguliere ich bei kühlen Temperaturen die Isolation mittels Mütze und Halstuch, die ich bei Bedarf abnehmen und wegstecken kann. 

Pirschen = sportlich unterwegs?

Die Oberbekleidung für die Pirschjagd sollte die Bewegungsfreiheit nicht einschränken - auf der Pirsch geht es auch mal drunter und drüber - sollte wegen der Geräuschentwicklung nicht zu weit sein und zusätzlich aus geräuscharmen Material bestehen. Klettverschlüsse, einfache Reissverschlüsse aber auch Druckknöpfe können beim Gehen oder Bedienen verräterische, unnatürliche Geräusche verursachen. Die klickenden Druckknöpfe meiner nicht verschlossenen Beintasche an der Swedteam-Hose sind mein persönlicher Klassiker.

Ideal für die nass-kalt-herbstliche oder winterliche Pirsch kommt die Swedteam-Ridge-Kombi zum Zuge. Sie ist Witterungsbeständig (atmungsaktive 2-Lagen Membran), hat Ventilationsöffnungen und macht alle Bewegungen mit, allerdings hat sich die Naht vom inneren Netzgewebe im Schritt aufgelöst.

Für die mild-herbstliche und sommerliche Pirsch kommen die anderen Kombis zum Einsatz.

Die XJagd-Klamotte trägt sich super und sieht toll aus, reagiert aber mit gezogenen Fäden empfindlich auf Dornen, was bei der Pirsch öfter vorkommen kann. Tut der Funktion und Tarnung keinen Abbruch, gibt feine Nadelstreifen.

Mein aktueller Favorit ist die Solognac Furtiv Kombi von Decathlon. Für aktuell 60€ gibt es eine camofarbenfrohe durchdachte (Sport-)Hose, für ca. 25€ das entsprechende Langarmshirt - dafür gibt es bei den Premiummarken gerade mal einen Reißverschluss ;-). Beintaschen mit geräuschlosem Faltenverschluss, robuster Stretch und echte eingearbeitete Kniepolster(!) - ich wusste nie was mir fehlte, bis ich mich das erste mal mit der Hose hingekniet habe :-D

Die auch vergleichsweise günstige 5.11 Realtree-Kombo ist einfaches, praktisches BW-Mischgewebe. Das Realtreemuster ist inzwischen etwas verwaschen, aber das Mischgewebe bietet im Sommer ein gutes Klima.

Kurz: 

  • Isolation an Witterung und Bewegung angepasst - also eher leicht und sportlich.
  • gedeckte Farben oder Camo, 
  • geräuscharm mit guter Bewegungsfreiheit

Mütze, Jacke wie Hose - was ist mit den Füssen?

Eigentlich mag ich schwere, robuste Wanderstiefel wenn ich Kilometer mache - aber nicht auf der Pirsch. Am leisesten und vielseitigsten finde ich gute Gummistiefel. In meinem Fall die Parcours von Aigle, echte Wandergummistiefel aus (pflegebedürftigem) Naturkautschuk mit denen ich meine leisen Pirschkilometer trockenen Fußes mache. Meine ledernen Wanderstiefel haben immer irgendwelche Geräusche beim gehen gemacht. Für die spontane sommerliche Abendpirsch geht es aber durchaus auch mal mit Turnschuhen oder Croqs raus.


Soviel zur Klamotte.

Was habe ich alles dabei? Dazu im nächsten Teil.

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